Autobahnkrimi …

… oder auch “Warum haben solche Leute immer noch einen Führerschein?”

Einige die das hier lesen haben ja heute auf Twitter sicher schon den Spaß verfolgt, den ich auf der Autobahn hatte, alle anderen die das nicht mitbekommen habe können sich hier das ganze in einem Stück durchlesen. In so ein Blogbeitrag kann man das auch eindeutig besser beschreiben als auf Twitter.

Ich war heute Morgen mal wieder auf der Autobahn unterwegs. Im großen und ganzen ist das bei mir zum einen nix neues und spannend ist das eigentlich auch nie. Es sei denn man hat das Glück, wie ich, und trifft auf einen alten senilen Deppen mit einem Hilfssheriff Syndrom. Dann kann das ganze doch noch spannend werden, zumindest wenn man sich von dem Schock erholt hat. Es gibt auf der Strecke die ich heute Morgen gefahren bin eine Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Wenn es mal etwas windig sein sollte, was hier oben ja ab und zu vor kommt, ist die Brücke auch gerne mal auf 120km/h oder sogar 80km/h beschränkt aber da dies heute Morgen nicht der Fall war bin ich dann mit 200km/h auf die Brücke zu und drüber gefahren. Warum auch nicht, auf der Autobahn ist nichts los gewesen und vor mir war nur auf der rechten Spurt ein Auto. Abgesehen von dem Fahrer des BMWs hinter mir, der sich wohl das gleiche wie ich vorgenommen hatte war also nix los.

Als ich dann, auf der Kuppe der Brücke etwa 20 Meter hinter dem Wagen war, der auf der rechten Spur fuhr, hatte der dort am Steuer sitzenden ältere Herr die glorreiche Idee ohne zu blinken mit etwa 100km/h vor mich auf die linke Spur zu ziehen. Wie ich in dem Moment erfahren durfte habe ich wohl noch gute Reflexe, denn ich habe es geschafft auf die Bremse zu treten und mein Wagen auf die rechte Spur zu steuern nur um dann zu merken, dass mein Wagen ausbricht und ich mit dem Heck dem Wagen der jetzt auf der linken Spur war näher zu kommen, während ich auf die Leitplanke zu rutschte. Man hat von da oben einen schönen Blick über den Nord-Ostsee-Kanal, nur kann man das irgendwie nicht würdigen während man auf eben diesen Anblick und den Abgrund der Brücke zu rutscht.

Der Fahrer des Wagens hinter mir hat es, dank des Abstandes zwischen uns beiden noch geschafft sein Wagen zum stehen zu bekommen und hielt neben mir an, während der alte Mann sein Auto etwa 50 Meter weiter vor mir auf der rechten Spur mit Warnblinker abstellte. Nachdem der BMW Fahrer und ich uns kurz vergewissert haben, dass wir beide OK sind kam dann auch der alte Mann, man könnte ihn auch gerne ‘senilen alten Vollpfosten mit Hilfssheriff Syndrom’ nennen, auf uns zu und meinte schon mich anschreien zu müssen, warum ich denn mit 200km/h über die Brücke fahren würde, wenn hier doch ab und an mal 120km/h wäre und das seine Frau wegen mir einen Schock bekommen hätte, als ich an ihnen vorbei gerutscht bin.

Mal davon abgesehen das mich das dann doch schon sprachlos gemacht hat, war mein erster Wunsch ihn mit seiner Inkontinenzwindel an der Brücke aufzuhängen. Da ich aber so ein ausgeglichener Mensch bin habe ich ihn erstmal nur gefragt warum er auf einer freien Autobahn mit 100km/h vor mich zieht, wenn ich mit 200km/h angefahren komme. Auf das was dann als Antwort gekommen ist waren weder ich noch der bei mir stehende BMW Fahrer vorbereitet.

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Heidelberg

Ich weiß ich bin etwas spät dran. Zumindest waren Frau Feuerengel und der Herr Fuchs eindeutig früher mit ihren Beiträgen fertig als ich, aber die hatten ja im Gegensatz zu mir auch eine frohe Botschaft in die Weiten der digitalen Welt zu senden. Bei mir ist es zwar auch eine frohe Botschaft aber eigentlich nichts neues mehr, zumindest nicht mehr für alle.

Zumindest, um zum eigentlichen Thema zurück zu kommen, habe ich ein sehr schönes Wochenende mit der Frau Räubertochter in Heidelberg verbracht in der netten Gesellschaft von den beiden oben genannten und am Samstagabend sind wir dann noch in eine benachbarte Kleinstadt gefahren um uns dort zum Schnitzel essen mit dem alten Mann und seiner Fee sowie Miss Fairytalez und ihrem Mann Chrimm zu treffen.

Da wir am Freitagabend erst relativ spät in Heidelberg eingetroffen sind haben wir den Abend zu einem ruhigen und schönen Essen beim Chinesen genutzt und zu einem kurzen beisammen sein mit dem neuen Pärchen wo wir uns über die etwas komischen gesetzlichen Regelungen über den Verkauf von Alkohol in Baden-Würthenberg lustig gemacht haben. Am Samstag war dann erstmal ausschlafen angesagt und danach ein Treffen mit den beiden anderen in der Stadt, die sich schon in die Filiale eines großen Kaffeerösters verkrümelt hatten.

Nachdem wir die beiden dort aufgesammelt und uns in einem kleinen französischem Cafe Frühstück besorgt hatten sind wir dann in Richtung Heidelberger Schloss aufgebrochen. Nachdem wir uns dann in Ruhe das Heidelberger Schloss, dass dort beheimatet Apotheker Museum und die doch etwas groß geratenen Weinfässer angesehen haben mussten wir uns schon wieder auf den Rückweg machen, da unsere Begleiter sich noch einmal frisch machen wollten bevor wir uns dann zum Essen auf gemacht haben.

Das Essen und vor allem die Gesellschaft bei eben diesem war dann der krönenden Abschluss für den Samstagabend und ich habe mich sehr gefreut Miss Fairytalez und Herrn Chrimm kennen zu lernen und den alten Mann und seine Fee mal wieder zu sehen. Mal davon ab, dass in unserer Runde jeder mal sein Fett weg bekommen hat hatten wir eigentlich immer etwas zu lachen.

Als wir dann am Samstagabend zurück im Hotel waren haben wir uns, über die diesmal rechtzeitig erworbenen, Bierreserven her gemacht bevor wir alle ziemlich geschafft von dem Tag in die jeweiligen Zimmer und Betten gewankt sind.

Am Sonntag haben wir dann das gute Wetter in Heidelberg genutzt und uns auf den Philosophenweg gestürzt. Die Strecke kann ich eigentlich nur jedem ans Herz legen, der bei gutem Wetter mal einen schönen Ausblick auf Heidelberg genießen will und keine Lust auf das doch etwas vollere Schloss hat.  Als wir uns dann am Sonntag von unseren Mithotelgästen verabschiedet hatten, die ja selber noch eine etwas weitere Strecke vor sich hatten, sind die Frau Räubertochter und ich noch mal in Ruhe einen Kaffee trinken gegangen und haben uns dann auf den Weg zurück in ihren Wald gemacht, natürlich nicht ohne noch einmal vorher beim Mexikaner ihres Vertrauens einzukehren wo ich das beste mexikanische Essen bekommen habe, dass ich bis jetzt gegessen habe.

Am Montag ging es dann allerdings auch für mich wieder zurück in den hohen Norden und ich hoffe, dass ich alle Beteiligten von diesem schönen Wochenende bald wiedersehen werde.

Eine Zugfahrt die ist lustig … oder so

Ich habe mich dann doch mal dazu entschieden den Versuch zu starten und mit der Bahn zu meiner Traumfrau zu fahren, obwohl ich ja eigentlich mehr der Automensch bin. Da habe ich zumindest im Fahrzeug meine Ruhe und kann selber entscheiden wann und wie ich fahre. Allerdings ist mit der Bahn zu fahren ja eigentlich auch nicht zu verachten, nur hätte ich mir für dieses Experiment eventuell nicht den 22. und 23. Dezember aussuchen sollen. Da sind Züge komischerweise total überfüllt.

Ich hatte allerdings das Glück, dass ich auf dem Hinweg trotz fehlender Sitzplatzreservierung noch einen Platz bekommen habe und für den Rückweg hatte ich vorgesorgt. Eigentlich sollte es ein Platz im Großraumabteil werden, aber da die Bahn, da Weihnachten mal wieder sehr überraschend gekommen ist, nicht genug Wagons zur Verfügung hat musste ich dann doch in einem Abteil sitzen. 6 Sitzplätze von denen mit meinem nur 3 belegt sind. Das liegt aber nicht daran, dass der Zug so leer ist, sondern daran, dass hier, neben einer Emma lesenden Frau noch eine Mutter mit Kleinkind sitzt. Ich tippe mal auf maximal 3 Jahre bei dem Kind.

Dass ich nicht gerade ein Kleinkinderfreund bin sollte den meisten ja schon bekannt sein, aber ich habe trotzdem mein bestes getan um entspannt und gelassen an die ganze Sache heran zu gehen. Mal davon ab, dass das Kleinkind es schafft mit seiner Energie und alle ein wenig zu stressen und durch das Abteil zu turnen kann es auch eine Lautstärke an den Tag legen, gegen den jeder Fliegeralarm eine Wohltat ist. Zumindest in diesem engen Abteil.

Aber hey, was solls, auch damit kann ich eigentlich leben, immerhin war ich so schlau und habe Kopfhörer mit und kann mich mit Musik beschallen. Dummerweise habe ich nichts gegen Geruchsbelästigung dabei, denn irgendwann steht das Kind vor seiner Mutter mit den Worten „Mama Kaka“ an sich ja nix schlimmes, allerdings hat mich dann die Reaktion der Mutter doch etwas aus der Fassung gebracht. Die meinte nämlich, dass das Kind damit nun auskommen muss, da sie die Windeln erst wechseln will, wenn sie an ihrem Zielbahnhof angekommen ist. Das bedeutet dass ich diesen, hier doch langsam penetrant werdenden Geruch noch etwa eine Stunde ertragen muss.

Das Ganze ist nun nicht wirklich dazu geneigt meine Lust aufs Bahnfahren zu steigern und ich denke, wenn ich wieder die Wahl habe zwischen Bahn und Auto um zu ihr zu kommen werde ich auf jeden Fall wieder das Auto nehmen, so angenehmen das hier sitzen und tippen auch sein kann, die Nebenbedingungen sind einfach nicht das, was ich mir unter einer entspannten Reise vorgestellt habe.